»Der Geist von Donnerschwee.«

von verlag • 29.01.2007 • Kategorien: Allgemein, Kultur, Politik, Sport

Alle diskutieren über ein neues Fußballstadion in Donnerschwee. Der stadtpark, Fachmagazin für Stadionkultur, hat nachgefragt – bei den Fans.

»Der Geist von Donnerschwee.«

»Es ist so, als ob man sich gerade verliebt hätte, und dann wartet man bangen Herzens darauf, ob sie anruft oder nicht«, so beschreibt ein Fan des VfB Oldenburg seine Gefühle beim Gedanken an ein mögliches neues Fußballstadion in Donnerschwee.

Die Stimmung im Fantreff ist aufgekratzt. Seit das Gerücht um Pläne für ein neues Stadion an der Weser Ems Halle im Umlauf ist, kann so mancher Mitstreiter der Faninitiative nicht mehr ruhig schlafen. Phänomenal sei das, schwärmt auch Willi Belke. Das VfBUrgestein, mittlerweile sportlicher Leiter beim GVO, fasst schnell zusammen, was in der Fußballszene der Stadt Konsens ist. Oldenburg braucht das.

Im Marschwegstadion ist man als Zuschauer einfach viel zu weit weg vom Geschehen, und deshalb sollte jeder dahinter stehen. Es gibt nichts Schöneres als ein reinrassiges Fußballstadion. Dazu noch in Donnerschwee, unweit der alten Kultstätte Oldenburger Fußballtradition, die noch immer im Dornröschenschlaf der Investoren harrt, die es in ein Wohngebiet oder was auch immer verwandeln sollen.

»Das Stadion kommt mit Sicherheit« meint Bauunternehmer Gerald Hoppmann, der die Idee zu dem Projekt hatte. »Wir brauchen noch ein Jahr Projektentwicklungszeit, dann können wir anfangen«, sagt Jochen Rehling, Diplomingenieur im Büro 9°architecture, das auf die Offerte einging, und »wir wollen was hören, wir wollen Anregung und Kritik.« Ein Punkt, der den Fußballfans äußerst wichtig ist.

Überfallartig platzten die Initiatoren in der Weihnachtszeit mit ihren Plänen in die Öffentlichkeit. Eher vorläufige Entwurfszeichnungen regen seitdem die Phantasie an. der Investoren harrt, die es in ein Wohngebiet oder was auch immer verwandeln sollen. »Das Stadion kommt mit Sicherheit« meint Bauunternehmer Gerald Hoppmann, der die Idee zu dem Projekt hatte. »Wir brauchen noch ein Jahr Projektentwicklungszeit, dann können wir anfangen«, sagt Jochen Rehling, Diplomingenieur im Büro 9°architecture, das auf die Offerte einging, und »wir wollen was hören, wir wollen Anregung und Kritik.« Ein Punkt, der den Fußballfans äußerst wichtig ist. Überfallartig platzten die Initiatoren in der Weihnachtszeit mit ihren Plänen in die Öffentlichkeit. Eher vorläufige Entwurfszeichnungen regen seitdem die Phantasie an. Die Fans schwanken zwischen Euphorie und Vorsicht. Ein neues Stadion sei doch schließlich in fast jeder Sommerpause Thema gewesen, «Konkretes sei da niemals ´rausgekommen«, heißt es. Will wieder nur jemand heiße Luft machen oder meint er es erst, ist die Frage, die im Raum steht.

Heinz Wilhelm Bogena, einer der Geschäftsführer der Oldenburger Softwareschmiede ashampoo, versteigert seinen Porsche bei e-bay, um Geld für die neue Arena aufzutreiben, - schließlich soll sie den Namen seiner Firma tragen. Die hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, an der sich möglichst viele Oldenburger beteiligen sollen. Das wäre erkennbarer Bürgerwille, wie er zurzeit in der hiesigen Politik gefragt ist. »Wir sind keine leidenschaftlichen Fußballfans« gibt Rolf Hilchner, der andere Geschäftsführer bei ashampoo, freimütig zu. Marketing sei ihr Ding, und es geht ihnen ums Machen – »Wir schaffen das«. Genau hier haken die Fans ein. Sie wissen genau, dass Geld allein keine Stadionkultur schaffen kann. Mal ganz abgesehen davon, wer sich mit welchem Anteil an den Baukosten von 20 Millionen Euro beteiligen wird und wie das nachhaltige Nutzungskonzept am Ende aussehen soll. Nur die Fans haben das Kapital der ernormen Erfahrung darin, was einen Stadionbesuch letztlich zu einem wirklichen Erlebnis macht. Dabei geht es längst nicht nur um die Frage, ob man die angestammten Stehplätze auf der Gegengeraden behält oder hinter eines der Tore ziehen muss. Und schon bei diesem Thema wird kundig angemerkt, dass der erste Arena - Entwurf hier fehlgeht, weil die Gästekurve nur auf der Bahnhofzugewandten Seite Sinn machen würde. Andernfalls gäbe es wegen der Parkplätze und Anfahrtswege vor und nach dem Spiel ein ziemliches Durcheinander, das gegebenenfalls auch die Ordnungshüter vor Probleme stellen könnte. Außerdem hätte man selbst einfach Donnerschwee ganz gerne »im Rücken«. Aber es sind noch viele kleine andere Dinge, die für eine echte Verbundenheit mit einer Sportarena entscheidend sind. Das mussten die VfB Fans nach dem erzwungenen Umzug an den Marschweg erfahren. Wie schmerzlich wurde sie vermisst, die rote Uhr aus dem alten Stadion, auf die man wer weiß wie viele Sekunden gestarrt hatte, als ob man ihr Tempo machen könnte oder sie bremsen, - je nach Spielstand…

Eine Anzeigetafel, die hat man, das gehört sich so. Und seinerzeit boten die Fans sich an, eine altmodische wie die am Millerntor selbst von Hand zu bedienen, doch die Stadt beschied ihnen, das passe nicht zum Ambiente der auf Eleganz angelegten Leichtathletikstätte. Flutlicht gab’s dort eh’ nie, - damit trainierten andere derweil auf dem alten Platz. Die Initiatoren und auch die Stadt sind gut beraten, die Fans bei der Planung mit ins Boot zu holen. Wenn die Gästeanhänger dereinst mit einem in Stein gemeißelten »Willkommen in der Hölle des Nordens« empfangen werden, muss das gar nicht mal so viel kosten, macht aber Spaß. Und macht etwas von Oldenburg, das man nicht kaufen, sondern nur erleben kann.

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