»Nun gilt’s: VfB Oldenburg vor den entscheidenden Spielen der Saison.«
von cse • 28.04.2008 • Kategorien: Allgemein, SportEigentlich ist es egal, wann eine Fußballmannschaft ein Tor schießt. Zwar sprechen Trainer bei einem Gegentreffer gelegentlich gern davon, er sei zu einem »psychologisch ungünstigen Zeitpunkt« gefallen – aber wann bitte ist denn ein günstiger Moment dafür?
Bei eigenen Toren sieht das ganz anders aus. Ein frühes 1:0 kann einer Mannschaft Sicherheit geben, ein später Ausgleich neue Euphorie entfachen. Marcel Salomos Last-Minute-Kopfball zum 1:1 in Meppen dürfte solch einen Adrenalinkick erzeugt haben. Er bedeutete nicht nur den hoch verdienten Punkt beim alten Rivalen aus dem Emsland, sondern auch das Ende der Verzagtheit. Ja, auch wenn der VfB spielerisch nicht zum Erfolg kommt, geht es notfalls auch mit der Brechstange – eine Erkenntnis, die bei den letzten Spielen der Saison noch weiterhelfen dürfte.
Die nächsten Wochen werden die Entscheidung bringen, ob Oldenburgs beliebtestem Fußballklub nach dem Aufstieg in die Oberliga auch gleich der Durchmarsch in die neue Regionalliga gelingt. Platz 5 ist dafür nötig, landet man auf Rang 6 der Abschlusstabelle ist eine »Ehrenrunde« gegen die Verbandsligameister aus den norddeutschen Ligen angesetzt. Diese möchte man beim VfB nach Möglichkeit vermeiden. Die Rechnung ist klar: Jeder Sieg bringt die Mannschaft ihrem großen Ziel drei Schritte näher. Sieben Spiele stehen zum Punktesammeln auf dem Programm. Interessant dabei: Mit dem FC St. Pauli II (30.04., 19 Uhr), dem BV Cloppenburg (12.05., 15 Uhr) und Hannover 96 II (18.05., 15 Uhr) geben drei unmittelbare Konkurrenten am Marschweg ihre Visitenkarte ab. Reisen müssen die Oldenburger zum VfL Osnabrück II (03.05., 15 Uhr), zum VfB Lübeck II (08.05., 19 Uhr) und zum SV Wilhelmshaven (24.05., 15 Uhr). Läuft in diesen Begegnungen alles nach Plan, folgt am letzten Spieltag (30.05., 19 Uhr) die große Aufstiegssause gegen den SV Henstedt-Rhen.
Egal, wie das Rennen endet: Diese VfB-Mannschaft wird als eines der leidenschaftlichsten Teams in die Vereinsgeschichte eingehen. In der Hinserie spielte sie streckenweise brillant auf und punktete gegen Kontrahenten, die mit weit mehr Erfahrung und Geld zu Werke gehen. Und obwohl sich die Rückrunde bislang etwas zäher gestaltete, ging nie der Glaube an die eigene Stärke verloren – selbst in der 93. Minute nicht, wie das Spiel in Meppen bewies. Dass rund 1.000 Oldenburger die Mannschaft ins Emsland begleiteten, unterstreicht zudem, wie weit die Zuneigung zu diesem Team geht. Die meisten Oberligavereine können eine solche Anhängerschar nicht einmal in ihren Heimspielen mobilisieren.
cse ist Claus Spitzer-Ewersmann
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