Riester-Rente für Studierende – geht das?

von hope • 25.06.2008 • Kategorien: Allgemein, Politik

Studierende gehören eigentlich nicht zum Kreis der Förderberechtigten einer Riester-Rente. Aber was heißt hier »eigentlich«? Vater Staat hat – gewollt oder ungewollt – ein Schlupfloch oder besser gesagt eine Hintertür offen gelassen. In den Genuss der Förderung können sie also doch kommen.
Und so funktioniert es: Hat ein Student einen Minijob, kann sie/er die vom Arbeitgeber zu zahlenden Rentenversicherungsbeiträge freiwillig auf den vollen Betrag von derzeit 19,9 Prozent aufstocken. Der Arbeitgeber zahlt pauschal 15 Prozent, man selber die Differenz von 4,9 Prozent. Das heißt, bei einem Verdienst von 400 Euro werden circa 19,60 Euro an die Rentenversicherung fällig, dafür gibt es die volle Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Voraussetzung zur vollen Förderung ist allerdings, dass 4 Prozent des Jahresverdienstes angespart werden, in der Regel ist dies ein Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr.
Ob sich dies rechnet, sei dahin gestellt. Viel wichtiger ist: Der Minijob wird in vollem Umfang auf die Wartezeit der Altersrente angerechnet. Keiner wird es schaffen, nach seinem Studium noch 45 Jahre in die Rentenversicherung einzuzahlen. Daher werden alle, die diese Zeit nicht erfüllt haben, mit gehörigen Abschlägen ihrer Rente leben müssen.
Wer aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls seine Arbeitskraft verliert, dem stehen leider keine Leistungen aus der Rentenversicherung zu. Aber auch hier ist man auf der sicheren Seite. Durch die freiwilligen Beiträge zur Rentenversicherung kann die Vorversicherungszeit für Erwerbsminderungsrente erfüllt und Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation erworben werden.
Übrigens: Bei Verheirateten gilt folgende Regel: Wenn einer der Ehepartner Anspruch auf Riester-Förderung hat, erhält der andere nicht berufstätige ebenfalls die Förderung von 154 Euro, ohne eigene Zahlungen leisten zu müssen. Kinder werden besonders berücksichtigt, für die Kleinen zahlt der Bund pro Jahr 185 Euro.

hope ist Holger Peters
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