15. Internationales Filmfest Oldenburg: Retrospektive & Tribute
von cell • 26.08.2008 • Kategorien: Allgemein, Kino, KulturRetrospektive: James Toback
Ehrlich und obsessiv kommen seine Filme daher; Direktheit und Kompromisslosigkeit sind sein Markenzeichen: James Toback – Autor, Regisseur, Produzent und Schauspieler – wird für sein facettenreiches Werk auf dem diesjährigen Filmfest mit einer Retrospektive geehrt.
Der 63-jährige New Yorker Bad Guy sieht am liebsten dorthin, wo sich Abgründe der menschlichen Seele auftun: Schein- und Halbwelten, Sucht, Macht und Gewalt… Hört sich gut an, oder? Werfen wir doch mal einen Blick auf sein neuestes Werk:
Mit der sensiblen Dokumentation »Tyson« über die Boxlegende Mike Tyson konnte Toback, der hier als Autor, Regisseur und Produzent fungiert, auf dem diesjährigen Filmfestival in Cannes glänzen. Der Film gilt sogar als einer der meistbeachteten des Festivals.
Im Rahmen der Retrospektive werden neben der Deutschlandpremiere von »Tyson« (Closing Night Film | So, 14.09.08 | 20 Uhr | CinemaxX 5) folgende Filme gezeigt: »When Will I Be Loved« (2004; Sa, 13.09.08 | 17.30 Uhr | CinemaxX 8), »Black And White« (1999; Fr, 12.09.08 | 23.45 Uhr | CinemaxX 8), »Exposed« (1983; Fr, 12.09.08 | 22 Uhr | CinemaxX 8), »Love And Money« (1982; So, 14.09.08 | 15.30 Uhr | CinemaxX
und »Fingers« (1979; Do, 11.09.08 | 22 Uhr | CinemaxX 8). Einen Bonus bildet die Deutschlandpremiere von »The Outsider« (2005; Fr, 12.09.08 | 15 Uhr | Ullmanns Lounge-Kino Kulturetage und Sa, 13.09.08 | 15.30 Uhr | CinemaxX 7), einer Dokumentation über Toback von Nicholas Jarecki.
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Nachdem Abel Ferrara im letzten Jahr nicht anwesend sein konnte, hat James Toback fest zugesagt, während des gesamten Festivals in Oldenburg zu Gast zu sein.
Tribute: Michael Wadleigh
Ihm verdanken wir die legendäre Dokumentation »Woodstock«, die 1971 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde: Michael Wadleigh stürzte sich damals mit über 1.000 Filmrollen ins Geschehen und hielt dieses bedeutende Musikfestival auf etwa 200 km Filmmaterial fest.
Weitere Highlights aus dem Schaffenswerk des 68-jährigen Amerikaners aus Akron, Ohio, sind ohne Frage »Wolfen« – ein Horrorfilm mit ökologischer Botschaft aus dem Jahre 1981, der als geachteter Vertreter seines Genres gilt – und »Jimi Hendrix: Live at Woodstock« (1999; eine gelungene Weiterverwertung des 200 km langen Doku-Materials von 1969).
»Mike« Wadleigh ist aber nicht nur Regisseur und Kameramann, er ist auch Fotograf und Autor. 2005 erschien ein Fotoband über den Darfur-Konflikt, mit dem der Independent-Filmmacher die gemeinnützige Organisation »Physicians for Human Rights« unterstützt. Außerdem arbeitet er gerade an einem Buch über Nachhaltigkeit, in dem er sich mit den drei großen Säulen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt beschäftigt.
Im Rahmen der Tribute Michael Wadleigh zeigt das 15. Internationale Filmfest Oldenburg seine zwei Regiearbeiten: »Woodstock« (1970; Fr, 12.09.08 | 20 Uhr | Kulturetage 1) und »Wolfen« (1981; Sa, 13.09.08 | 22 Uhr | CinemaxX 8).
Michael Wadleigh wird ebenfalls vom 10. bis 14.09.08 in Oldenburg sein.
cell ist Claudia Ellebrecht
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