Elektrische Schafe, von denen wir träumen
von verlag • 28.10.2008 • Kategorien: Allgemein, Kultur, TermineMit »honeyPod 1« startet in Oldenburg das bundesweit erste Festival für Literatur und Neue Medien.
Sind es elektrische Schafe, von denen wir träumen, wie es der US-amerikanische Schriftsteller Philip K. Dick noch in seiner berühmten Vorlage zu »Blade Runner« (im Spannungsfeld zwischen Menschlichkeit und Künstlichkeit) für die Androiden fragte?
»Medialisierung zwischen Traum und Wirklichkeit« lautet der Untertitel einer Veranstaltung von Literaturbüro Oldenburg und Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, die im November einen zwölfstündigen nonstop Stream um die Frage nach unseren medial geprägten Trauminhalten erzeugt:
»honeyPod 1« präsentiert als Tag + Nacht Festival für Literatur und Neue Medien am Freitag, 21.11.08 im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens Lesungen, Performances, Installationen und Vorträge. Mit dabei ist Thomas Meinecke, bekannt als Schriftsteller, Musiker in der 1980 von ihm mitgegründeten Band »Freiwillige Selbstkontrolle« (FSK) und Radio-DJ. 2008 erschien sein Roman »Jungfrau«. Auch bei den Projekten von Jörg Albrecht geht es multimedial zu. Er verbindet Musik, Samples, Videos und Sprechakte. Zusammen mit Matthias Grübel tritt er bei »honeyPod 1« als »phonofix« auf. Alban Nikolai Herbst erzählt von seinem literarischen Weblog »Die Dschungel. Anderswelt« und David Link berichtet über Maschinenpoesie. Andreas Neumeister ist spätestens durch sein 2002 erschienenes Buch »Angela Davis löscht ihre Website« einer der wichtigsten Schriftsteller zwischen Literatur und Neuen Medien. Als führende Künstler und Theoretiker dieses Spannungsfeldes definieren sie alle in Oldenburg gemeinsam einen neuen Diskurs, der sich mit den medialen Strömungen in der aktuellen Literatur und den Medialisierungsprozessen in unserer Gesellschaft auseinandersetzt.
Dazu reichen die Veranstalter ein randvolles Rahmenprogramm mit den neuesten Elektrizitäten und Strömungslehren, mit Musik und Party, mit jungen Künstlern, die bisher ausschließlich durch Neue Medien wie zum Beispiel die Web-Community MySpace auf sich aufmerksam machten. Besondere Highlights sind ein Video Slam mit mario f. und das Rapmusical »Goldfieber« von und mit »Alligatoah«. Im Video Slam präsentiert mario f. bühnenerprobte Dichter, deren Texte auf der Grundlage von Kurzfilmen entstanden. Sie performen sie vor der Kulisse des Films. »Alligatoah« sind Rapper Kaliba 69 und DJ Don Deagle. Eines Nachmittags entdecken sie im heimischen Garten den Hinweis auf einen Schatz. Sie knacken einen Code aus einer Zeitung, der sie zu einer Schatzkarte führt und machen sich auf die Jagd nach dem großen Geld. Bei »honeyPod 1« performen sie »Goldfieber« erstmals live.
Androiden lassen sich mit Batterien abspeisen. Für das leibliche Wohl der Gäste von »honeyPod 1« sorgt das Polyester.
Es empfiehlt sich, die Karten im Vorverkauf zu erwerben. Das geht an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter Tel.: 04 21 – 36 36 36 oder unter www.nordwest-ticket.de und beim Polyester (Am Stadtmuseum 15).
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