Rechte Kulturschaffende in Oldenburg?

von cell • 26.11.2008 • Kategorien: Allgemein, Politik

Hat man in den letzten Wochen die lokalen Anzeigenblätter aufgeschlagen, ist einem aufgefallen, dass eine Dame aus der Oldenburger Kulturszene besonders präsent war: Imke Barnstedt.

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Hingewiesen wurde entweder auf ihre kabarettistischen Liederabende in ihrem »Berliner Zimmer« oder auf ihre Präsenz auf der diesjährigen female in der Weser-Ems Halle, wo sie mit einem Stand vertreten sein sollte. Die Oldenburger Sängerin, die in bester Wohnlage im Dobbenviertel residiert, ist allerdings – nachdem sie zunächst als eine der Hauptakteure vorgestellt wurde – kurzfristig wieder ausgeladen worden. Von Seiten der Weser-Ems Halle heißt es, man sei durch Dritte auf eine mögliche rechte Gesinnung Imke Barnstedts aufmerksam gemacht worden und sei so auf diverse Hinweise im Internet gestoßen. Da man sich hiervon distanzieren wollte, habe man sich für die Ausladung entschieden, so Jan-Axel Wartemann, Geschäftsführer der Weser-Ems Halle.
In der Tat: Bei google folgt sofort nach der Homepage der »Schauspielerin und Diseuse« ein Link zum autonomen Weblog http://provinzkritik.blogsport.de. Imke Barnstedt soll Unterstützerin des verurteilten Holocaust-Leugners Horst Mahler sein. Zu finden sind Fotos von einer Demonstration auf der Wartburg im Juli 2003. Initiiert wurde dieses Treffen von Nazi-Anwalt Horst Mahler, der laut http://provinzkritik.blogsport.de direkt in Auschwitz demonstrieren wollte, was aber an einem gegen ihn verhängten Ausreiseverbot scheiterte. Und so hielten die rund 15 älteren Damen und Herren ihre Banner (»Den Holocaust gab es nicht«, »Die Lüge vernichtet sich selbst«) an der Wartburg in die Luft. Auf den im Internet veröffentlichten Fotos als eine der Demonstranten und Bannerträgerin deutlich zu erkennen: Imke Barnstedt.
www.netz-gegen-nazis.de, ein Projekt der ZEIT, unterstützt u.a. vom ZDF und dem DFB, berichtet über den Prozess gegen Horst Mahler im Jahre 2004: »Unter den Mahler-Unterstützern befanden sich Berliner Rechtsextremisten aller Fraktionen: Sascha K., der ehem. FAP-Aktivist (FAP = Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei, Anm. d. Red.) Mirko Tambach, der Neonazikader Rene Bethage und Imke Barnstedt von der Deutschland-Bewegung.«
Seriös erscheint auch www.recherche-nord.com, ein unabhängiges Recherche- und Medienkollektiv, bestehend aus freien Journalisten und Fotografen: »Ein weiterer Verein, der (…) verboten wurde, nennt sich ›Bauernhilfe e.V.‹. Zum Aufgabenbereich des als gemeinnützig eingetragenen Vereines gehörte die Verwaltung von Vermögen und Finanzen verstorbener Nazis und Neonazis der ersten und zweiten Generation. Als Schatzmeisterin des im Jahr 2004 gegründeten Vereines trat unter anderem Imke Barnstedt in Erscheinung.«
Imke Barnstedt selbst behauptet, dass sie mittlerweile »mit diesen Dingen nichts mehr zu tun« habe und hält ihre rechtsgesinnten Aktivitäten, die letzte im Netz gefundene datiert gerade einmal vier Jahre zurück, für »lange her und abgeschlossen«. Die Schauspielerin glaubt, dass »es bestimmte Dinge in Deutschland gibt, über die man nicht diskutieren darf«. Klingt das nach Reue oder verzichtet Barnstedt nur auf öffentliche Aktionen, nicht aber auf ihre Gesinnung?

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