CD-Rezensionen 01/09 (Teil IV)

von abo • 14.01.2009 • Kategorien: Allgemein, Musik, Rezensionen

»Efdemin – carry on – pretend we are not in the room«
Phillip Sollmann aka Efdemin präsentiert sein erstes DJ-Mix-Album: 14 Remixe von Künstlern wie Photek, Dettmann & Klock, Tobias. oder Minilogue, die mit gleichermaßen deepen wie leichtgängigen Grooves überzeugen. Auf übertriebene dramaturgische Elemente wird hier vollkommen verzichtet. Beginnt der Mix noch im Zeichen des Deep House (Patrice Scott, Tony Foster), wird der Hörer im weiteren Verlauf zu treibendem Minimal House geführt, welcher in Sollmanns Eigenproduktion »America« seinen Höhepunkt findet, um dann mit ruhigen Tönen zu enden. Intelligent, präzise im Sound und kunstvoll aufgebaut.
efde4minweb.jpg
Curle Records/Rough Trade






»Rundfunk 3000 – zirtow ep«
Es gibt feine neue Töne aus dem Umfeld von Fortschritt 3000. Mark Vogler und Molle aka Mollono Bass von Kombinat100 haben laut Presseinfo zusammen Nächte lang im Studio gesessen und an neuen Tracks geschraubt. Und eines kann man sagen: Es hat sich gelohnt. Mit »Loop durch Raum & Zeit« wird knackig-deeper Techhouse mit Saxophon auf der A-Seite serviert. Die B-Seite glänzt durch Lässigkeit. »Mein Bodo« ist eine warme, sehr tanzbare Nummer inklusive asiatischem Abstecher.
acker007web.jpg
Acker Records/003






»Osaka Monaurail – amen, brother!«
Soul und Funk made in Japan! Die acht Mannen um den Frontmann Nakata Ryo huldigen auf ihrem zweiten Album wieder vernünftig eine knappe Stunde dem Groove. Mehr oder weniger bekannte Cover wie »Hey Jude« oder »Message to love« werden hier mit einen ordentlichem Beat präsentiert. Auch wenn Japan nicht das typische Funk’n’Soul-Land ist, mit »Osaka Monaurail« kann man das Tanzbein schwingen. Definitiv nicht nur etwas für Retro-Liebhaber.
osaka_web.jpg
Unique Records/Groove Attack






»V.A. – we are electroreptil one«
Der Einstand und somit die erste Label-Compilation vom Electroreptil Netlabel wurde von Florian Filsinger gemixt. Zu finden sind auf der Platte vierzehn tanzbare, meist elektronisch bzw. technoid gefärbte Titel. Gleich zu Beginn wird mit Pantherklubs »Sunblocker« wie auch dem herrlich stampfenden »Styling« von Yoursck das Leitmotiv klar definiert: Initiierung von Bewegungsdrang. Aber Obacht gegen Ende des Sets! Denkt man bei Small Colins wunderschöner Elektroballade noch an ein Ausklingen, haut Näd Mika zum Schluss eine Elektro-Punknummer raus. Ein bunter Mix, der definitiv gefällt.
weareelectroreptilweb.jpg
Electroreptil/Doozys






»Albert Dietrich – symphony Op. 20; violin concerto«
Eine Doppel-CD, die es sich auch zu hören lohnt, ohne dass man ein großer Fan von klassischer Musik ist. Erst recht als Einwohner dieser Stadt sollte man sich so weiterbilden und sich deshalb mit dem Oldenburgischen Hofkapellmeister Albert Dietrich befassen. Als guter Freund von Johannes Brahms musizierten sie des Öfteren zusammen in Oldenburg. Er schrieb Instrumentalwerke und Kompositionen für Orchester und Chor und prägte damit die hiesige Musikgeschichte. Das Oldenburgische Staatsorchester verweist nun gemeinsam mit GMD Alexander Rumpf auf seine Geschichte und spielt die 1869 uraufgeführte d-Moll-Sinfonie wie auch das »Violin Concerto op. 30 in D minor« und das »Konzertstück Einleitung und Romanze für Horn und Orchester« (mit den Gästen Elisabeth Kufferath an der Violine und Marie Luise Neunecker am Horn). Fesselnde Musik, die man laut und auf einer guten Anlage hören muss!
staatsorchesterweb.jpg
CPO

abo ist Anna-Lena Borchert
Email an den Autor | Alle Beiträge von abo

Ihr Kommentar