Vom Mathestudenten zum Hausbesetzer zum Puppenspieler

von abo • 25.02.2009 • Kategorien: Allgemein, Interview, Kultur

»Hage. Jemand ze Hage?« Ja, der Maulwurf kommt nach Oldenburg! Am 14. März (ACHTUNG: verlegt in den Cäciliensaal) und am 28. Juni (Zusatztermin, beide präsentiert vom stadtpark) kann man in der Harmonie René Marik und Anhang bestaunen. Dabei begann alles in Berlin mit einem Mathestudium und politischem Engagement und endete in der Schauspielerei und dem Puppenspiel.

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Herr Marik, wie wird man vom Mathestudenten zum Hausbesetzer und zum Puppenspieler?
René Marik: Das ist einfach so passiert. Ich bin nach Berlin gegangen und habe mich dort an der Uni politisch engagiert. In dieser Gruppe haben wir uns gedacht, dass es schön wäre, zusammen zu wohnen und dann haben wir halt ein Haus besetzt. Das mit dem Puppenspiel war ebenso Zufall. Eine Freundin von mir hat mich in ein Puppentheater, die »Schaubude«, mitgenommen. Dort habe ich Schneewittchen für Erwachsenen gesehen und es hat mich extrem beeindruckt, weil mit ganz wenig Mitteln ganz große Bilder erzeugt wurden.

Wie sind Sie auf die Idee zum Puppenspiel mit heruntergekommenen Stofftieren und Stofffetzen gekommen?
R. M.: Das sind alles Sachen, die ich gefunden habe. Entstanden sind die Figuren in Jena, als ich Schauspieler im Theaterhaus war. Dort hat Rainald Grebe eine Impro-Show, die Falkenhorst-Show, organisiert. Jeder durfte machen, was er wollte und da ich Puppenspiel studiert hatte, habe ich mir irgendwas zusammengesucht und gespielt.

Wie kamen Sie auf die unterschiedlichen Charaktere?
R. M.: Das ist wieder Zufall. Den Maulwurf hat mir ein Kommilitone gebastelt, dann habe ich ihn mal ausprobiert und dann war der so. Ich überlege mir nicht, welche Puppen und Charaktere ich als nächstes bräuchte, sondern es ist eher umgekehrt.

Haben Sie einen Lieblingscharakter?
R. M.: Den Maulwurf, weil ich ihn selbst am lustigsten finde. Gerade, wenn ich neue Nummern ausprobiere, passiert es, dass ich selbst denke: Was für ein bescheuertes Ding!

Trotzdem begeht er am Ende Ihres Programms Selbstmord. Ist das das Ende des Maulwurfs?
R. M. (grinst): Er spielt das doch auch nur. Er ist ja Schauspieler. Im Herbst kommt mein neues Programm und auf jeden Fall wird er da auch eine große Rolle spielen.

Hätten Sie gedacht, dass man mit Kleinkunst heute wieder so viele Leute erreichen kann?
R. M.: Nein. Die wenigstens Leute, die Kunst machen, überlegen sich vorher einen Businessplan. So denken eher BWLer. Das ist nicht mein Metier. Dass es so funktioniert, war – schon wieder – Zufall.

Als Normalsterblicher kann man sich ein Tour-Leben kaum vorstellen. Wie ist es, fast tagtäglich irgendwo anders sein Programm zu spielen?
R. M.: Das ist schon ein ganz schöner Schlauch. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, aber es ist gerade so und man beißt sich da durch.

Auf der DVD sieht man Sie mit den Charakteren auf Tour. Nervt es Sie nicht irgendwann, wenn Herr Falkenhorst dauernd alles kritisiert und der Maulwurf die ganze Zeit vor sich hinbrabbelt?
R. M. (lacht): Die sind ja eigentlich in einem Koffer. Das sind ja nur Stoffreste. Wie soll ich das sagen? Nee, ich bin dann jetzt mal ehrlich: Die leben gar nicht. Die sind ja tot. Das ist tote Materie.

Was können die Oldenburger im März und im Juni von dem »Abend über die Liebe« erwarten?
R. M.: Viel Lachen, aber auch ein bisschen traurig sein, da ich finde, dass in jeden guten Witz ein Messer gehört. Es wird sicher ein schöner, bunter Abend.






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DVD: »René Marik –Autschn!«
Alle sind sie dabei: Kalle, de’ Maulwurfn, Herr Falkenhorst und die Barbie zeigen hier die Qualitäten des Puppenspielers René Marik. Das Leben auf Tour wird gezeigt – inklusive Inszenierungen sowie Stand-up-Nummern, Gedichte oder traurig-schöne Liebeslieder. Tolle Zusammenstellung.

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