Tagebuch 04/09
von verlag • 26.03.2009 • Kategorien: Allgemein, Kultur, Mein liebes TagebuchDo, 19.02.09 Einstein und eine Seele (Theater k)
Marie Curie und Albert Einstein sind in erster Linie positiv besetzte Namen. Was ihre Erfindungen und Theorien aber für ernste Konsequenzen hatten, zeigt dieses Stück auf – sensibel verpackt und mit einer Prise Humor. Der im Vorfeld veröffentlichte Pressetext führt ein wenig in die Irre. Viel weniger lustig als erwartet verlaufen die etwa 70 Minuten. Man wird vor seinem inneren Auge mit Bildern konfrontiert, die man an diesem Abend vielleicht nicht gern gesehen hätte. Aufwühlend und unterhaltsam zugleich und von Franziska Vondrlik und Markus Weiß wunderbar umgesetzt. | cell

Di, 10.03.09 Emmy Moll & Canoe Man (Polyester)
Trotz ungünstiger Bedingungen (Wetter, Werktag) fanden viele Gäste an diesem Abend den Weg in Oldenburgs größtes Wohnzimmer mit 70er-Jahre-Flair. Eine Lektion zum Thema Gesang wurde dort geboten: Scheiterten Canoe Man genau in dieser Disziplin, überzeugten Emmy Moll durch ihre Sängerin und führten das andächtig lauschende Publikum in eine melancholische Welt, die nur gelegentlich von eruptiven Ausbrüchen erschüttert wurde. Oder, um es mit dem Titel einer Kurzgeschichte des Autors Thomas M. Disch zu sagen: »Auf Flügeln des Gesangs«. | ori

Fr, 13.03.09 Blumenschau & Frühjahrsmesse (WEH)
Die Weser-Ems Halle bot zehn Tage lang eine bunte Blütenpracht, die Lust auf Frühling machte, der in diesem Jahr so lang auf sich warten lässt. In jedem Winkel fanden sich wunderschöne Fotomotive. Auch gab es zahlreiche Verkaufsstände, die zum Teil mit leckeren Probierhäppchen lockten und so auch mich schnell von einer Orangen-Whisky-Marmelade überzeugten, die nun darauf wartet, beim ersten Sonntagsfrühstück unter freiem Himmel genossen zu werden. Fazit der Blumenschau: Eine kleine Flucht aus dem grauen Alltag, die man grad in diesen Tagen so dringend brauchte. | cell

Sa, 14.03.09 René Marik (Cäciliensaal)
»Autschn! Ein Abend über die Liebe«: Der Name ist Programm, aber noch lange nicht alles. Immer wieder neue Überraschungsmomente, die einen vor Freude jauchzen oder vor Mitleid mit dem liebeshungrigen Maulwurf seufzen lassen, machen die zwei Stunden unvergesslich. Man lernt zahlreiche Charaktere kennen, besonders der Maulwurf und der Hartz-IV-Empfänger Kalle wachsen einem ans Herz. Diese Darbietungen werden gelegentlich unterbrochen von zart gesungenen Schmachtfetzen und ganz eigenen Gedichten. Bei der Wiederholung am 28. Juni Taschentücher nicht vergessen! | cell

So, 15.03.09 Peter Fox & Cold Steel (AWD-Dome Bremen)
14.000 Menschen im Alter zwischen zehn und 60 Jahren strömten nach Bremen, um Peter Fox live zu erleben. Nachdem Ce’Cile ihr einstündiges Reggae-Programm beendet hatte, erschien ein riesiges Gorilla-Gesicht auf einer Großbildleinwand. Die Menge tobte. Peter Fox, Cold Steel und Band brachten die Menschen zum Jubeln und Tanzen und bescherten ihnen ein gutes Konzert mit starker Bühnenshow. Neben den zwölf Titeln von Peter Fox’ Album »Stadtaffe« wurden auch Seeed-Songs zum Besten gegeben. Zum Glück, denn sonst wäre das Konzert viel zu schnell vorbei gewesen. | dud

Foto: Mike Kruschke
Mi, 18.03.09 Vorpremiere von »Slumdog Millionär« (Casablanca Kino)
Indische Werke finden mehr und mehr gesellschaftliche Beachtung – im Casablanca (die Vorpremiere bot als landestypische Einstimmung eine Verlosung von Seidentüchern u.a.) läuft nun der aktuelle Streifen von Danny Boyle, der acht Oscars gewann. Wie kommt diese Resonanz zustande und warum fallen dem Film so viele Trophäen zu? Wie ist klar: Es gibt besondere, bunte – mal traurig, mal laut – und immer packende Bilder zu sehen. Oft mit wunderbarer musikalischer Untermalung. Eine Geschichte über ein Stück fernes Land, mit authentischer Besetzung und an Originalschauplätzen. Das Warum erleben Sie am besten selbst! | nel

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