Foreigner-Konzert abgesagt

von rko • 22.06.2009 • Kategorien: Allgemein, Interview, Kultur

»Balladen oder nicht: Wir sind eine Rockband!«

Mit Hits wie »Cold As Ice« (vom ersten Album 1977), »Juke Box Hero« oder »Urgent« waren sie die Helden der 70er und 80er. Gegründet 1976 in New York u.a. von den Briten Ian McDonald und Mick Jones sowie US-Sänger Lou Gramm, legten sie einen Kickstart hin, der sie bis heute mit ihrem melodischen Hardrock weltweit über 50 Millionen Platten verkaufen ließ. Seit 2005 sind Foreigner zurück u.a. mit Sänger Kelly Hansen und Schlagzeuger Jason Bonham (Sohn des legendären Led-Zeppelin-Schlagzeugers John Bonham). Ein Line-up, das in der Lage ist, Großes auf die Bühne zu bringen. Das kann man sehen und hören auf ihrem DVD/CD-Set »Alive & Rockin’«.
Wir sprachen mit Gründungsmitglied Mick Jones.

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Wie kam dir die Idee für ein solches All-Star-Line-up?
Mick Jones: Das war gar nicht geplant. Es war eigentlich so, dass Jason Bonham gerne etwas mit mir machen wollte. Ich kenne ihn, seit er ein Kind ist und er war ein Fan meiner Musik – und sein Enthusiasmus war der Motor für das alles hier. Wir spielten also zusammen – auch ein paar Foreigner-Songs. Dann lud er Jeff Pilson (Bass) ein mitzumachen und es klang fantastisch. Also guckten wir uns an – und sagten uns, dass wir es probieren sollten. Wir fragten auch unsere alten Mitstreiter wie Tom Gimbel (Saxofon, Gitarre) und fanden schließlich Kelly Hansen. Er ist ein toller Frontmann mit einer starken Präsenz auf der Bühne. Nichts gegen Lou, er war ein toller Sänger, aber er war kein richtiger Frontmann. Kelly ist genau das, was wir jetzt brauchen.

Ein echter Neustart – oder die Fortführung der Band in neuer Frische?
M. J.: Oh, ich hoffe doch, dass wir schaffen, ein paar neue Elemente mit einzubringen. Gleichzeitig muss sich das Ganze natürlich noch wie Foreigner anhören… Wir werden also kein »Queens of the Stone Age«-Album machen. Aber was immer wir machen, es soll eine gewisse Relevanz besitzen. Und dafür haben wir eben die besten personellen Voraussetzungen.

Es gibt bereits eine Live-CD und -DVD – zwei Shows, die ähnlich, aber doch komplett anders sind, oder?
M. J.: Ja, die Aufnahme vom »Bang Your Head«-Festival stand unter anderen Vorzeichen. Wir mussten uns vor einem Heavy-Metal-Publikum beweisen – vor und nach uns spielten nur Typen mit schwarzen Lederklamotten und Ketten und langen Haaren – das war schon eine Herausforderung! Deshalb haben wir auch keine Balladen gespielt. Und diese Show hat mir bewiesen, dass wir durchaus vielfältig sind. Ich habe immer gesagt, dass wir in erster Linie eine Rockband sind!

Die Show aus Las Vegas im Vergleich zeigt, was für einen Unterschied eine Ballade machen kann!
M. J.: Ja. Ich glaube, dass wir eine sehr breite Gruppe von Menschen ansprechen. Ich sehe, dass wir eine Menge junger Leute bei unseren Konzerten haben – egal, wie die auf uns gekommen sind, durch ihre Eltern, ihre Geschwister oder Freunde. Ich denke, wir wurden zu sehr in diese Balladen-Ecke gedrängt. Wir hatten immer schon einen tollen Sänger, tolle Songs – und der Anteil an Balladen ist doch eher gering.

Die Balladen waren es allerdings, die diese Band dahin gebracht hat, wo sie jetzt steht, oder?
M. J.: Es war wohl vor allem »I Want To Know What Love Is«, der uns dieses Bild in der Welt gegeben hat. Dieser Song ist für so viele Menschen einfach mehr als nur ein Song, es ist eine Hymne. Ist es auch immer noch – man kann immer noch Leute im Publikum sehen, die bei diesem Stück weinen. Ich bin stolz auf dieses Lied und ich glaube auch nicht, dass es diese Band wirklich verändert hat.

Das Konzert am Di, 23.06.09 | 20 Uhr | Weser-Ems Halle muss wegen Kehlkopfentzündung des Sängers leider abgesagt werden!
Bereits gekaufte Karten können an den bekannten Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.
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rko ist Ralf Koch
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