CD-Rezensionen 09/09 III
von ana • 15.09.2009 • Kategorien: Allgemein, Musik, RezensionenMiss Platnum – »The Sweetest Hangover«
Die stimmgewaltige Königin des Balkan-Pop meldet sich mit lauten Krachern zurück. Bekannt geworden ist die Berliner Sängerin durch den Hit »Mercedes Benz« und das folgende Album »Chefa«. Mit »The Sweetest Hangover« etabliert sich Miss Platnum als eigenständige Künstlerin, die nicht ohne Grund als Vorgruppe von Peter Fox sowie den Fantastischen Vier durch das Land getourt ist. Produziert wird Miss Platnum von The Krauts, die auch Seeed oder Beatsteaks zum Erfolg verhalfen und wohl der richtige Umgang sind, wenn man internationales Niveau erreichen möchte. Auf der neuen Platte bleibt Miss Platnum ihrem Stil treu und verknüpft R’n’B und Soul mit ihrer rumänischen Herkunft. Die bewährten lauten Balkanbeats, die zum Feiern und Tanzen einladen, wird man auf dem Album genauso vorfinden wie ruhigere Töne. Das Endprodukt ist Musik für jeden Augenblick – von Party über Liebe bis hin zu Tränen und Schmerz – »The Sweetest Hangover« ist extrem wandlungsfähig und bringt die passende Hintergrundmusik für das Leben.

Four Music
Simian Mobile Disco – »Temporary Pleasure«
Nach zweijähriger Pause kehren die Helden der elektronischen Musikszene zurück. Auf der neuen Platte der Briten treffen minimalistische Sounds auf Hooklines, mischen sich mit den Achtzigern und verbinden sich mit HipHop-Beats zu tanzbaren Discohits. Unterstützung erhält das Duo von namhaften Künstlern wie Chris Keating oder Beth Ditto. Somit ist »Temporary Pleasure« mehr als nur ein kurzweiliges Vergnügen!

Wichita/Cooperative Music/Universal
Mofa – »Punk Rock Fuck Off«
Mofa, ehemals Die Sichelzecken, wurde 2008 gegründet. Trotz dieses kurzen Mofa-Daseins haben Oile Lachpansen, Kiba Kalkei, Der Gilb und Das Phantom schon über 100 Konzerte gespielt und waren als Support für Montreal oder Sondaschule tätig. Nun steht das Debütalbum an und man kann gespannt sein, was die Jungs nach ihrer Sichelzecken-Vergangenheit zu bieten haben. Auf der Platte »Punk Rock Fuck Off« werden verschiedene Stilrichtungen wie Indie, Pop, Rock und Punk durcheinander gemixt und anschließend mit nicht immer ernst gemeinten Texten gewürzt. Eine Ähnlichkeit zu der Band Montreal ist dabei nicht zu bestreiten. Beide sind übrigens auch beim gleichen Label Hamburg Records unter Vertrag. Live ist die Band ein Augenschmaus: Die vier Jungs überraschen bei ihren Auftritten in einer sexy Tenniskluft und lassen stiltechnisch Boris Becker noch blasser aussehen. Bis April 2010 ist Mofa auf Clubtour und damit für jeden ein Konzertmuss! VÖ 25.09.09

Hamburg Records
Montreal – »Montreal«
Seiner Platte den eigenen Bandnamen aufdrücken, das sollte gut überlegt sein. Doch die Hamburger Jungs von Montreal dürfen das und bringen nach »Alles auf schwarz« und »Die schönste Sprache der Welt« ihr drittes Studioalbum heraus. Die Band, bestehend aus Frontmen Yonas und Hirsch sowie Schlagzeuger Max Power, gibt es seit vier Jahren. Seitdem haben sie 17 Länder bereist, waren Vorband von der Bloodhound Gang und Fall Out Boy und haben in diesem Jahr den Festivalsommer bereichert. Eine beeindruckende Statistik. Auf »Montreal« findet man elf Songs, die mit lauter, krachiger Punkmusik und deutschen Texten daherkommen. Die Lieder beinhalten Wortwitz, Ironie aber auch konkrete Ansagen. Unterstützung erhält Montreal von Mofa, die beim Song »Wir sind die Gang« mitgrölen. Auf CD ist Montreal super, aber live sind sie unschlagbar. Bei den Auftritten herrscht immer gute (Bier-)Laune und das Publikum kennt die Texte auswendig. Absolut empfehlenswert! VÖ 25.09.09

Hamburg Records
ana ist Jana Hannemann
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