»Und dann war Stille«
von sabs • 25.09.2009 • Kategorien: Allgemein, Literatur, RezensionenDer Krimi »Und dann war Stille« von Tomke Schriever ist der Beginn einer Krimireihe mit der Psychotherapeutin Hannah Tergarten als Hauptfigur. Hinter dem Pseudonym Tomke Schriever verbirgt sich die in Aurich lebende Erfolgsautorin Helga Glaesener, die durch ihre historischen Romane und Krimis bereits eine große Leserschaft gewinnen konnte.
Die Hamburger Psychotherapeutin Hannah Tergarten flüchtet nach einer Geiselnahme, in die sie verwickelt war, aus ihrer alten Umgebung nach Ostfriesland und findet Zuflucht im Turm der Burg Stickhausen. Durch ihre Verdrängungen erinnert sich die Psychotherapeutin nur bruchstückhaft an die Geiselnahme und wird immer wieder von tief greifenden Flashbacks heimgesucht. Sie nimmt ihre Arbeit als Psychotherapeutin in der Praxis ihres Mentors wieder auf und bekommt wenig später unangemeldeten Besuch von einem Mädchen namens Anneke, das unglücklich verliebt ist und versucht, aus dem sicheren Schoß der Eltern auszubrechen. Die Psychotherapeutin stuft diesen Fall als typische Phase eines pubertären jungen Mädchens ein. Ein paar Tage nach dieser harmlos erscheinenden Begegnung bekommt Hannah Tergarten die Nachricht, dass sich Anneke das Leben genommen haben soll. Der Psychotherapeutin kommen Zweifel an dem Selbstmord und zusammen mit einem nicht gerade Vertrauen erweckenden Ex-SEK-Polizisten versucht sie, ihren Zweifeln auf den Grund zu gehen und den Mörder von Anneke zu stellen. Während der Aufklärung des angeblichen Selbstmordes gerät die Psychotherapeutin immer tiefer in ein Netz aus Verdächtigungen, Anklagen und Bedrohungen und bringt sich selber in Gefahr.
Der Krimi von Tomke Schriever ist ein guter Schmöker, den man aufgrund seiner einfach gehaltenen Sprache sehr gut nebenbei lesen kann, ohne den berüchtigten roten Faden zu verlieren. Gelegentlich wird der Schreibstil durch kreative Wortspiele aufgelockert. Allerdings werden diese, wie auch einige inhaltliche Geschehnisse, des Öfteren wiederholt. Inhaltlich sind Zufall und Glück stetige Begleiter und tragen mehr zur Aufklärung des Falles bei als konkrete Verdächtigungen und Ermittlungen. Sehr unglücklich wählte die Autorin das Ende der Geschichte. Das letzte Kapitel ist im Vergleich zu den vorherigen Kapiteln unerwartet kurz gehalten und führt zu einem abrupten Ende des Buches, das durchaus für Verwirrung sorgt. Einzige Lichtblicke stellen der regionale Bezug sowie das hin und wieder zum Vorschein kommende Fachwissen der Psychotherapeutin dar.
sabs ist Sabrina Schulz
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