Mit der Kamera verborgene Persönlichkeiten entdecken – und festhalten
von lab • 27.10.2009 • Kategorien: Allgemein, InterviewDürfen wir vorstellen? Matthias Knust, seines Zeichens Oldenburger Werbefotograf, ist ab Dezember für unsere neue Fotoserie »ein.Blick« zuständig. In dieser Serie wird er Menschen aus Oldenburg porträtieren, die im Stadtbild nicht oder nur am Rande auftreten. Man muss sie suchen – und das tut Matthias Knust. Die Arbeit vieler Oldenburger ist mehr als einen Blick wert, findet er.
Wie bist du Fotograf geworden? Zufall oder lang gehegter Wunsch?
Matthias Knust: Ich wollte schon immer Fotograf werden. 1997 bekam ich eine Stelle als Assistent eines People-Fotografen in New York und schloss die Ausbildung zum Fotografen direkt danach ab. Seit ungefähr zehn Jahren bin ich selbstständiger Fotograf. Ein persönliches i-Tüpfelchen war die Meisterprüfung im Jahr 2004.
Auf deiner Internetseite beschreibst du dich als »brave new photographer« – worauf spielst du an?
M. K.: Das ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Es soll bedeuten, dass man als Selbstständiger immer mutig und am Ball bleiben muss, wenn man im Geschäft gut über die Runden kommen will. Und das lebe ich.
Wie würdest du deine Arbeit als Werbefotograf beschreiben?
M. K.: Das ist eine Mischung aus Handwerk, Intuition und Erfahrung. Ich kann natürlich nicht nur meine eigenen Ideen verwirklichen, sondern muss auch auf die Kundenwünsche bzw. Vorstellungen der Art-Direktoren aus den Werbeagenturen eingehen, damit am Ende alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden sind. Meine Fotografien zählen nach Abschluss der einzelnen Shootings als Mehrwert der Werbekampagne. Im Allgemeinen sehe ich mich als Künstler und als Dienstleister – irgendwo in der goldenen Mitte liegt meine Philosophie der Fotografie.
Du fotografierst Hotels, Unternehmen, Menschen und Produkte – was macht dir am meisten Spaß?
M. K.: Es gefällt mir eigentlich alles. Wenn ich auf der Welt unterwegs bin, dann entdecke ich dort genau so viele spannende Geschichten wie bei einer Unternehmenskampagne, für die ich z.B. Menschen an ihrem Arbeitsplatz fotografiere. Mit emotionaler Fotografie wie dieser kann man zudem eine Menge Persönlichkeit zeigen, die sonst im Verborgenen geblieben wäre. Aber wenn ich ehrlich bin, die Restaurants in den Hotels sind schon klasse. Dort sage ich nie nein, wenn es um die Mahlzeiten während des Fotoshootings geht.
Hast du in Oldenburg ein Lieblingsmotiv?
M. K.: Ja, unbedingt. Die Menschen, die in Oldenburg leben und arbeiten, die sind sehr spannend. Man muss halt immer die Augen offen halten. Es gibt an fast jeder Ecke etwas zu entdecken, überall auf diesem Planeten – wie in »ein.Blick« ab Dezember dann ja auch zu sehen sein wird.
Mehr zu Matthias Knust und seiner Arbeit auf www.bnp71.com.
lab ist Lara Brünjes
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