AIDS-Hilfe – nicht nur am 1. Dezember aktuell

von mele • 26.11.2009 • Kategorien: Allgemein, Termine

Nur einmal im Jahr ist das Thema AIDS in aller Munde, und zwar rund um den 1. Dezember – dem Welt-AIDS-Tag. Doch infizierte Menschen müssen sich Tag für Tag aufs Neue mit der Krankheit auseinandersetzen.

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»AIDS-Hilfe wird nie überflüssig, es gibt immer Aufklärungsbedarf«, sagt Brigitte Leupelt von der Oldenburgischen AIDS-Hilfe e.V. Der Verein hat die Notwendigkeit erkannt und schuf 1986 für vom HI-Virus betroffene Menschen eine wichtige Anlaufstelle.
Die Oldenburgische AIDS-Hilfe hilft Infizierten und ihrem Umfeld, wie etwa der Familie, dem Arbeitgeber oder Lehrer. Viel Unterstützung erfährt der Verein durch ehrenamtliche Arbeit, auch von Betroffenen. Im Allgemeinen dürfen AIDS-Erkrankte zwar arbeiten, auf Grund der Einnahme von Medikamenten ist das aber meist nicht möglich. Viele von ihnen sind deswegen in Rente oder arbeitslos und bringen sich in ihrer freien Zeit und ihren Kräften nach ein. So hat sich etwa eine Gruppe aus 14 ehrenamtlich tätigen Männern gebildet, die sich um die Primärprävention kümmert.
Zwei HIV-Erkrankte, die von der Oldenburgischen AIDS-Hilfe betreut werden, erklären, was ihnen die Einrichtung bedeutet. »Ich bin seit 2003 in Deutschland und seitdem auch regelmäßig bei der AIDS-Hilfe in Oldenburg«, erzählt uns eine junge Frau. »Ich fühle mich sehr wohl hier, weil hier alle unrassistisch sind und man immer sehr geduldig mit uns ist.«
Als »eine große Familie« empfindet ein Herr, der an unserem Besuchstag das offene Frühstück vorbereitet hat, die Oldenburgische AIDS-Hilfe. »Es ist immer jemand da, wenn man Fragen oder Probleme hat. Die Menschen hier geben einem viel Halt. Und man kann sich selber einbringen mit seinen Fähigkeiten.«
Obwohl die Hilfsorganisation vom Land Niedersachsen sowie von den Landkreisen Ammerland, Oldenburg und der Stadt Oldenburg finanziert wird, muss ein Teil des Haushaltes durch Spenden eingeholt werden. Helfen Sie, indem Sie über die unten stehende Bankverbindung oder an den verschiedenen Info-Ständen rund um den Welt-AIDS-Tag spenden oder den hier abgebildeten Teddy für 5 Euro von der Oldenburgischen AIDS-Hilfe erwerben.

Oldenburgische AIDS-Hilfe e.V. | Bahnhofstraße 23 | 26122 Oldenburg |
Tel.: 04 41 – 1 45 00 | www.aidshilfe-oldenburg.de

Spendenkonto
Konto-Nr.: 018408005 | BLZ: 280 501 00 (LzO)

Termin
Di, 01.12.09 | 17 Uhr | Welt-Aids-Tag – Lichtergang (Start: Julius-Mosen-Platz)

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Neun Fragen zum Thema AIDS – Ein Interview mit Brigitte Leupelt und Claas Hüer von der Oldenburgischen AIDS-Hilfe e.V.

In Ihrem AIDS-Test kommt die Frage vor, ob man sich beim Händeschütteln mit HIV anstecken könne. »Nein« ist die richtige Antwort. Sämtliche soziale Kontakte sind ungefährlich. Was ist aber, wenn an beiden Händen eine Wunde besteht?
Brigitte Leupelt: Wenn man von normalen, unverletzten Händen ausgeht, besteht keine Infektionsgefahr. Um sich durch das Händeschütteln anzustecken, bräuchte man eine große, von Blut fließende Wunde an beiden Händen. Außerdem ist eine Hand kein Schwamm. Die Haut saugt das Blut nicht auf. Aus dem Grund besteht keine Gefahr bei einem Handschlag.

Wie viele AIDS-Betroffene gibt es derzeit in Deutschland, wie viele in Oldenburg?
Claas Hüer: Nach aktuellen Zahlen gibt es in Deutschland etwa 70.000 Menschen, die mit HIV infiziert sind. Die Dunkelziffer der an AIDS Erkrankten liegt bei ca. 30.000. In Oldenburg selbst gehen wir von ungefähr 300 HIV-positiven Menschen aus, wissen tun wir es jedoch nur von ca. 150 aus Oldenburg und umzu.

Steigt die Anzahl der Betroffenen?
Brigitte Leupelt: Die Zahl der neu Infizierten steigt jedes Jahr deutlich. In Oldenburg gibt es einen Zugang von etwa 20 Menschen im Vergleich zum Vorjahr. Deutschlandweit geht man jedoch von ca. 3000 gemeldeten neu Betroffenen pro Jahr aus.

Viele Menschen sind aufgeklärt und wissen, wie sie sich vor AIDS schützen können. Wie kommt es trotzdem dazu, dass so viele Menschen in der sogenannten »Ersten Welt« infiziert sind?
Claas Hüer: »Solange jemand gesund aussieht, wird er schon nichts haben.« Mit diesem Statement versuchen viele Deutsche, ihr verantwortungsloses Verhalten zu rechtfertigen. Aber das ist nicht so. Nur weil jemand ein gesundes Erscheinungsbild hat, bedeutet das noch lange nicht, dass er gesund ist. Obwohl eigentlich jeder Mensch weiß, dass ein Kondom nötig ist, um das Risiko zu minimieren, ist es vielen zu umständlich sich zu schützen.

Wobei besteht die größte Gefahr angesteckt zu werden?
Claas Hüer: Die größte Gefahr sich zu infizieren besteht beim Geschlechtsverkehr. Dazu muss man noch sagen, dass die Hälfte aller AIDS-Erkrankten in einer festen Partnerschaft stecken. Die Gefahr bei Drogenkonsum ist rückläufig, da es immer mehr Einwegspritzen-Automaten gibt. In der AIDS-Hilfe Oldenburg ist übrigens auch das Eintauschen von Spritzen kostenlos möglich.

Weltweit sind nahezu die Hälfte aller von HIV-Betroffenen Frauen und Mädchen. Wie erklärt sich das?
Brigitte Leupelt: Das Zugeben von Krankheiten ist nicht sehr männlich – ein Grund dafür, dass die offizielle Anzahl der HIV-infizierten Frauen größer ist als die der Männer. Im Allgemeinen sind Frauen und Mädchen nicht mehr oder weniger betroffen, sondern sie sind offener für Therapien, Tests oder Medikamente. Ein Problem, das größtenteils bei Mädchen bekannt ist, ist, dass sie nicht so gerne darauf beharren, ein Kondom zu benutzen. Statt nachzuhaken, wie man verhüten soll, wird außerdem oft nur gefragt, ob man denn die Pille nehme.

Welche Symptome zeigen sich nach einer Infektion?
Claas Hüer: Der HI-Virus muss keine Symptome mit sich bringen, die sich negativ auf den menschlichen Körper auswirken. Deswegen ist es ratsam, wenn man sich vor dem Verzicht auf ein Kondom bei einer voraussichtlichen längerfristigen Bindung auf AIDS testen lässt. Trotzdem schleicht sich der Virus durch Untreue auch oft in Partnerschaften ein.

Wird es bald einen Impfstoff gegen AIDS geben?
Claas Hüer: Nein, in absehbarer Zeit wird es keinen Impfstoff geben, da es sehr kompliziert ist, ihn an Menschen zu testen. Abgesehen davon verändert sich der Virus andauernd.

Wie ist AIDS überhaupt entstanden?
Brigitte Leupelt: Die wahrscheinlichste Theorie ist die, dass durch Kannibalismus unter den Affen der HI-Virus entstanden ist. Durch die zunehmende Mobilität der Menschen und den Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern ist AIDS immer mehr verbreitet worden. Zurückzuverfolgen ist AIDS bis in die 1950er-Jahre durch eine zufällig gefundene, eingefrorene Blutprobe eines Seemannes.

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One Response »

  1. Gemeinsam gegen Aids - Gemeinsam gegen das Vergessen und für mehr Bewusstsein im Umgang mit Aids und Solidarität mit Betroffenen. Jeden Tag infizieren sich 8 Menschen neu mit dem HIV Virus in Deutschland. Eine Zahl die UNS nachdenklich stimmen sollte und das wir Handeln muessen steht hier ausser Frage. Wir dürfen AIds nicht Vergessen. Vergiss Aids nicht ! http://www.vergissaidsnicht.de

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