Die 90er – Eine Zeitreise

von cell • 26.11.2009 • Kategorien: Allgemein, Termine

Zugegeben, die 1990er waren lang. Genauer gesagt zehn Jahre. Und sie hatten natürlich viel mehr zu bieten als das, was wir hier darstellen können. Anlass für unseren Rückblick ins letzte Jahrzehnt ist die Partyreihe »Smells like… Rock of the 90s«, die am 12. Dezember einmal mehr nicht nur Grunge-Fans in Holzfäller-Hemden ins Oldenburger Amadeus lockt.

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Hiermit grenzen wir das Themenfeld also ein: Es geht um die härteren Klänge, um Alternative, Grunge, Crossover. Es geht um das Lebensgefühl, das durch diese Musik transportiert wurde – und ein bisschen auch um Mode. Wer kann das Gefühl von damals besser vermitteln, als Menschen, die dabei waren? Wir haben uns deshalb DJ Jan Rademacher, der schon seit unglaublichen 17 Jahren im Amadeus auflegt, und den langjährigen Stammgast Sven Bergmann geschnappt und sie zu den schönen und leider schon lange vergangenen 1990er-Jahren befragt.






Fünf Fragen an einen DJ von damals
Jan Rademacher, 34 Jahre, seit 1992 DJ im Amadeus
Beruf: DJ, Sozialpädagoge, Programmierer

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Jan damals und heute

Was bedeuteten die 90er für dich? Beschreibe deine 90er in fünf Stichworten!
Jugend, Erfahrungen, wilde Sit-ins (Gruß an Christina…), mein erster Tequila, Nirvana aus jedem Ghettoblaster im Freibad, als DJ: ein immer gut gefülltes Amadeus und unendlich viel Spaß mit den DJ-Kollegen hinterm »Counter« (Hey, das sind mehr als fünf! :) Anm. d. Red.)

Was war in den 90ern besser als heute?
Tja, man war jünger und die Disconächte hielt man noch etwas besser durch… Damals war am Wochenende in der Innenstadt auch deutlich mehr los – keine Ahnung, wo sich heute alle aufhalten.

Welcher Song durfte damals für dich an keinem Abend fehlen?
Damals hab ich DJ Mirco (heute im Loft) immer furchtbar mit Peter Gabriels »Solsbury Hill« genervt – auch wenn es ein Song von 1977 ist. Er hat ihn auch nur sehr selten gespielt… Ein klassischer Song aus den 90ern, zu dem ich immer gerne getanzt habe, war z.B. »I Alone« von Live.

Warst du ein »Opfer« des Grunge-Hypes (z.B. Holzfäller-Hemden, lange Haare, Seattle-Sound…)?
Ich bin wohl immer noch ein Opfer dieses Hypes, ich habe immer noch lange Haare. Und ich hatte in der Tat mal ein Holzfäller-Hemd, was ich nach kürzester Zeit auf einer Party verloren habe. Ansonsten habe ich die 90er stilistisch eher als »Heavy Metal Fan« verbracht – das hält sich praktisch bis heute, allerdings verbietet mir meine Freundin Metal-Poster an den Wänden und gute hohe, weiße Turnschuhe werden nicht mehr hergestellt. :)

Was ist dein wertvollstes Erinnerungsstück aus dieser Zeit (z.B. Konzertkarte, T-Shirt, Autogramm…)?
Eine relativ große Sammlung von Konzertkarten – damals fanden ja noch deutlich mehr gute Konzerte in der Weser-Ems Halle statt. Auch im Bremer Aladin habe ich so manche gute Band gesehen. Aus aktuellem Anlass war natürlich das Michael-Jackson-Konzert im Bremer Weser-Stadion ein echtes Highlight, auch wenn ich kein expliziter Jackson-Fan war – aber hey: ICH hab‘ IHN gesehen!






Fünf Fragen an einen Stammgast von damals
Sven Bergmann, 30 Jahre
Beruf: irgendwas mit Medien

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Sven damals und heute

Was bedeuteten die 90er für dich? Beschreibe deine 90er in fünf Stichworten!
Musik, Freunde, Tanzen, Rebellion, Hansa Pils.

Was war in den 90ern besser als heute?
Die Musik und die Art, mit ihr umzugehen. Und mit Musik meine ich nicht so was wie Ace of Base, Culture Beat oder Rednex, sondern rockigere Bands wie Rage Against the Machine, Clawfinger, Sepultura oder Machine Head. In den 90ern habe ich noch wesentlich mehr Alben gekauft und unendlich oft rauf und runter gehört. Heute – »dank« MP3 – liegt der Focus viel mehr auf einzelnen Liedern und das Gesamtwerk eines Künstlers verliert immer mehr Bedeutung. Außerdem dauert es heute nicht mehr so lange, bis Bands auf den Zug eines neuen Genres aufspringen, so dass man – überspitzt formuliert – die Bands teilweise nicht mehr unterscheiden kann.

Welcher Song durfte damals für dich an keinem Abend fehlen?
Rage Against the Machine – »Bullet in the Head«.

Warst du ein »Opfer« des Grunge-Hypes (z.B. Holzfäller-Hemden, lange Haare, Seattle-Sound…)?
Ich hatte damals so ’ne Art Holzfäller-Jacke und auch ein paar Hemden. Es bestand aber kein modisch-absichtlicher Zusammenhang zum Grunge. Die langen Haare, die waren da und sind es bis heute noch. Musikalisch betrachtet sehe ich mich gerne als »Opfer« und höre auch heute noch die Alben von z.B. Nirvana, Pearl Jam, Soundgarden und Alice in Chains.

Was ist dein wertvollstes Erinnerungsstück aus dieser Zeit (z.B. Konzertkarte, T-Shirt, Autogramm…)?
Wenn mir damals mein bemalter BW-Rucksack nicht abhanden gekommen wäre, dann wäre das mein wertvollstes Erinnerungsstück. Das einzige, was ich aus dieser Zeit noch besitze und sentimentalen Wert hat, sind Konzertkarten (z.B. Rammstein, Hurricane Festival, Hard Pop Days).

Smells like… Rock of the 90s | Sa, 12.12.09 | Amadeus | 23 Uhr | www.amadeus-ol.de

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