Roman: »Die Erfindung des Lebens«

von cell • 1.02.2010 • Kategorien: Allgemein, Literatur, Rezensionen

»Die Erfindung des Lebens«

»Jetzt kann ich es ja zugeben, ich schreibe all das hier auf, um genau diese Rätsel und ihre Folgen, die mein ganzes Leben geprägt haben, zu lösen.« Sätze wie diese werfen den Leser immer wieder in die Ungewissheit: Was ist Biografie, was ist Fiktion?
Fakt ist, dass »Die Erfindung des Lebens« ein Roman ist. Fakt ist aber auch, dass Hanns-Josef Ortheil durch die Romanfigur Johannes Catt seine eigene Vergangenheit – genauer die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens – wieder aufleben lässt. Johannes wächst stumm und aufs Engste an seine Mutter gebunden in Köln auf, entdeckt schließlich die Liebe zur Musik und findet durch sie den Weg in die Freiheit.
Die Leidenschaft, mit der Johannes sein Leben in die Hand nimmt, ist zum Teil beängstigend, da in jedem totalen Glücksgefühl die Befürchtung eines möglichen Rückschlags mitschwingt. Dieses Buch, das ein anderes Cover verdient hat, sollte auf keinen Fall aufgrund des Seitenumfang verschmäht werden. Am Ende wünscht man sich noch Hunderte Seiten mehr.

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Hanns-Josef Ortheil | Luchterhand | 592 Seiten | ISBN: 978-3-630-87296-4

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